EMDR in Hannover Methode zur Desensibilisierung und Neubearbeitung

Die Abkürzung EMDR bezeichnet die Desensibilisierung und Neuausrichtung durch Augenbewegungen. Seit Ende der 1980 Jahre wurde bereits im NLP durch die Begründer Richard Bandler, John Grinder und Robert Dilts die Stressregulation durch Augenbewegungen erforscht. Ziel ihres Konzepts war die Regulierung von Stresserinnerungen, die das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Menschen beeinträchtigen.

Dieses Konzept wurde als „Eye Movement Integrator" (EMI) bekannt.

Die amerikanische Psychotherapeutin Francine Shapiro (Mental Research in Palo Alto Kalifornien) entwickelte aus diesen Ansätzen im späteren Verlauf die EMDR-Methode, die dann gezielt bei Patienten mit posttraumatischem Stress und Belastungsstörungen eingesetzt werden konnte.

Shapiro leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Behandlung dieser psychischen Störungsbilder. Zudem entwickelte sie einige für die Traumtherapie nicht mehr wegzudenkende Methoden für die psychische Stabilisierung und Heilung bei Traumata und Traumafolgestörungen.

1989 wurden erste Studien und andere Arbeiten zu den bemerkenswerten Ergebnissen im „Journal of Traumatic Stress“ veröffentlicht. Außerdem wurden Kriegsveteranen des Vietnamkrieges, die an posttraumatischen Belastungsstörungen litten, mit dieser Methode behandelt, wobei hiermit erste Erfolge erzielt werden konnten.


Die Anwendung von EMDR in Deutschland seit den 1990ern

In Deutschland wird EMDR etwa seit 1991 in der Therapie eingesetzt. Mitte der 1990er Jahre bezeichnete der SPIEGEL die neu eingeführte EMDR-Methode als „Winke-Winke-Therapie“. Man war beeindruckt und zugleich besorgt über das revolutionäre Konzept aus den USA, psychische Beeinträchtigungen einfach mit der Hand wegwinken zu können.

2006 hat der wissenschaftliche Beirat für Psychotherapie die EMDR-Methode als wissenschaftlich begründetes Psychotherapieverfahren anerkannt.


Behandlung von Traumafolgestörungen mittels EMDR

EMDR eignet sich zur Behandlung von Traumafolgestörungen bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen. Die Wirksamkeit der Methode konnte durch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien belegt werden. Die Untersuchungsergebnisse zeigen: Durch die Therapie einer einfachen posttraumatischen Belastungsstörung mit EMDR konnte bei rund 80 Prozent der Behandelten eine deutliche Entlastung nach wenigen Sitzungen erreicht werden.

Wesentlicher Bestandteil der Methode sind die gelenkten Augenbewegungen, auch bilaterale Stimulation genannt: Der Therapeut bewegt seine Hand in einer Wink-Bewegung abwechselnd von links nach rechts, wobei der Patient dieser Handbewegung mit seinen Augen folgt. Der Patient führt Augenbewegungen aus, die in etwa denen während des REM-Schlafs entsprechen. Hierbei handelt es sich um die wichtige Schlafphase, in der wir Menschen die Erlebnisse des Tages verarbeiten.

Diese Phase der gezielten Augenbewegungen wird oft als der einzige Wirkfaktor der Methode gehalten und als dieser Baustein auch in anderen Konzepten oft kopiert.
Jedoch hat Francin Shapiro diesen Wirkfaktor der Augenbewegungen eingebettet in ein Acht-Stufen-Protokoll, in dem das Herbeiführen der Augenbewegungen durch den Therapeuten nur einer von acht Schritten ist.

Damit EMDR als Methode seine volle Wirkung entfalten kann, sollten in den Behandlungsprozess auch alle weiteren 7 Schritte eingebettet werden. Der Acht-Schritte-Prozess bildet den ressourcenorientierten und stabilisierenden Rahmen und ist somit eine unverzichtbare Vorgehensweise bei der Behandlung von Trauma und Traumafolgestörungen mit EMDR.

Anstelle der optischen Handbewegungen kann der Therapeut auch akustische Signale (Töne) einsetzen oder mit Haptik arbeiten, indem er die Handrücken des Patienten berührt.


Anwendung von EMDR im Coaching

EMDR hat sich nicht nur als äußerst hilfreich für die Verarbeitung von traumatischen Ereignissen erwiesen, sondern konnte auch hinsichtlich seiner Wirksamkeit wissenschaftlich belegt werden. Somit lag es nahe, diese bewährte Methode auch außerhalb der klassischen Trauma-Therapie im Coaching für die Persönlichkeitsentwicklung und Stressbewältigung einzusetzen.

Dementsprechend wende auch ich EMDR bei verschiedenen Zielsetzungen / Problembewältigungen im Coaching an. Hierzu zählen Felder wie:

  • Erreichen individueller Ziele in Privatleben und Beruf
  • Stressregulation
  • Förderung der Resilienz
  • Burnout-Prävention
  • erholsamerer Schlaf
  • Mehr Kreativität, Fitness und Gelassenheit im Alltag
  • Abbau innerer Blockaden und schneller Entspannung finden
  • Ausreichend Kraft für Partner und Familie am Abend
  • Konfliktbewältigung in Partnerschaft und Familie
  • und vieles mehr

Vorläufer des EMDR-Verfahrens in jahrhundertealten Traditionen

Schon vor der Einführung des Neurolinguistischen Programmierens (NLP) und des EMDRs gab es therapeutische Methoden zur Stimulation, die mittels Augenbewegungen erreicht wurde. Allerdings wurden hierbei die Augenbewegungen nicht so schnell wie beim EMDR-Verfahren durchgeführt. In der Kinesiologie zum Beispiel lässt man die Blicke des Patienten den Bewegungen einer liegenden Acht folgen.

Bekannt ist außerdem die Methode der Pendelbewegung bei der klassischen Hypnose, zum Beispiel mit einer Taschenuhr oder anderen Gegenständen, die an einem Faden befestigt sind. 

Auch beim traditionellen Yoga – ein seit Jahrhunderten praktiziertes Verfahren zur Körpertherapie – gibt es verschiedene Augenbewegungsübungen.

In asiatischen Tänzen haben neben den Tanzschritten die sich schnell hin- und herbewegenden Augen einen besonderen Stellenwert. Dies hat womöglich neben den kulturellen Aspekten auch eine gesundheitsfördernde Bedeutung. In diesen uralten Praktiken scheint die Bewältigung von Stress schon eine lange Tradition zu haben, auch, wenn man sich dieser positiven mentalen Wirkung vielleicht nicht bewusst war.


EMDR: innovatives und Erfolg versprechendes Verfahren für die Zukunft

Betrachtet man diese jahrhundertealten Methoden, scheint es nur eine logische Folgerung zu sein, die Augenbewegung gezielt für die moderne Therapie und das Coaching einzusetzen. Die Erfolge sprechen für sich:

Die Zeitschrift GEO verkündet in Ihrer Mai-Ausgabe 2002: „Inzwischen ist EMDR die am gründlichsten untersuchte Trauma-Therapie." Auch das Hamburger Ärzteblatt bewertet die Konzeption bereits in seiner Oktober-Ausgabe des Jahres 2001 als „gut erforscht".